Heimsuchungen


 
Dass Prottes schon in alter Zeit viel unter Feuer und Wasser zu leiden hatte, bezeugt die seit Menschengedenken bestehende Bittprozession am Florianitag um Abwendung der Feuersgefahr und die hier vielgepflegte Verehrung der Wasserpatrone, in alter Zeit des heiligen Nikolaus, seit dem 18. Jahrhundert auch des hl. Johannes v. Nepomuk (Denkmal in der Kellergasse).
 
 
  • Am 29. Juli 1813 schlug der Blitz in eine Scheune. In dieser Scheune kamen zwei Mann und zwei Pferde um. Außerdem wurden acht Häuser (Nr. 4, 5, 6, 7, 9, 10, 53, 60) und fünf Scheunen ein Raub der Flammen. 
  • Am 28. November 1833 brannte die Scheune des Hauses Nr. 13. Durch Funkenflug brannten acht Häuser bis zum Wirtshaus und deren Scheunen samt der Fechsung ab. 
 
 
Sonst haben wir in der neueren Ortsgeschichte keine großen Brände zu verzeichnen. Dies ist ein besonderes Verdienst unserer braven Feuerwehr, die stets einsatzbereit die Brände lokalisieren konnte. Vielmehr litt Prottes durch viele Überschwemmungen.
 
 
  • Am 28. September 1814 war die erste verzeichnete Überschwemmung. Die Häuser waren voll Wasser, und Schafe und Schweine sind ertrunken 
  • Am 26. August 1820 folgte wieder eine. Sie war so heftig, dass in der Kirche alles bis zur ersten Staffel mit Kot bedeckt war. Der Chronist sagt, dass seit Menschengedenken so etwas noch nicht da war. 
  • Ferner waren große Überschwemmungen in den Jahren 1823, 1825, 1829, 1861, 1878, 1899, 1922, 1935, 1941, 1951, 1954, Februar und August 1968, 1971 und 1976. 1825 wird im Besonderen noch daumengroßer Hagel dazu vermerkt. 
  • 1829 war der Kreiskommissär in Prottes. Sein Wagen stürzte um, die Pferde rissen sich los, und der Wagen wurde fortgeschwemmt. 
  • 1922 stürzten Mauern ein, Brücken wurden weggerissen, die Kirche war voll Schlamm und Wasser. Bei einigen Häusern stand das Wasser so hoch, dass es bei den Fenstern hereindrängte. Tagelang dauert es, bis die Feuerwehr Häuser und Keller ausgepumpt hatte. 
  • 1941 gab es eine ähnliche Überschwemmung wie im Jahre 1922. 
  • 1968 berichtete ein Viertelsblatt: "Dorf versank im Schlamm!" Am 24. August um 18.30 Uhr ging ein halbstündiger Wolkenbruch nieder, der 40 Häuser, 80 Keller und das neuerbaute Amtshaus unter Wasser setzte. Die großen Wassermengen schwemmten Lehm und Löß tonnenweise mit, die Asphaltstraßen wurden zu reißenden Bächen. Im Raume des Amtshauses und des Hauptplatzes staute sich das Wasser, die Hauptstraße war fast einen Meter hoch überschwemmt; der ganze Ort war mit einer schmutzigen Lehmschicht überzogen. Trotz bester Kanalisierung konnten die Wassermassen nicht aufgenommen werden. Im Amtshaus stieg das Wasser mit solcher Gewalt, dass es den vollen 12.000-Liter-Öltank aufhob. Es rissen die Rohre und das Öl floss aus. Tagelang arbeiteten an die 200 Feuerwehrmänner an der Beseitigung der ungeheuren Schäden. Autos wurden weggespült, in einem Stall ertranken Schweine und das Geflügel. Die Bevölkerung war tagelang im Einsatz, um die Schäden der Katastrophe zu beheben. 
  • Größere Unwetter verheerten 1971 und 1976 die Gemeinde. 

 Quelle: Protteser Chronik